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Hindemith, Rudolf

Moderne Tänze (Jazz)

Hindemith entwickelte für den Jazz schon früh eine echte Leidenschaft und verband damit ein beachtliches, schöpferisches und künstlerisches Engagement, das sein späteres kompositorisches Schaffen elementar beeinflußte.

Die kurzen „Modernen Tänze“ sind vermutlich die ersten Werke von Rudolf Hindemith auf dem Gebiet des Jazz. Sie orientieren sich deutlich an den typischen Jazz-Tanzstücken der 20er Jahre und sind zwischen 1925 und 1930 entstanden. Allerdings finden sie sehr wohl ihren eigenen Ton („Sound“). Dieser hat jedoch mit dem Klangcharakter, wie er zu heutiger Zeit mit dem Jazz und dem Blues in Verbindung gebracht wird, nämlich einer Prägung durch Pentatonik, Blue-Notes und Swing-Phrasierungen, wenig gemeinsam.

Die Tänze waren von Seiten Hindemiths weniger als „Tänze“ im eigentlichen Sinne gedacht. Vielmehr weisen sie einen kompositorisch-experimentellen Umgang mit der neuen Materie, dem Jazz, auf.

 

Inhalt:

Blues 1

Foxtrott

Slowfox

Slowfox-Onestep

Tango

Boston

Blues 2

Besetzung: Klavier

Ed.-Nr.: KS 242

ISMN: 979-0-2022-0242-5

23,50 

Aus dem Vorwort:

 

Ganz allgemein läßt sich feststellen, daß der Jazz zwischen 1920 und 1930 eine überaus „ansteckende“ und inspirierende Wirkung hatte, die in vielfacher Hinsicht Musiker und Komponisten beeinflußte. Da verwundert es nicht, daß sich in dieser Zeit auch Rudolf Hindemith mit der musikalisch aktuellen Strömung beschäftigte.

 

Betrachtet man seinen vorherigen und nachfolgenden musikalischen Lebensweg, seine Konzert-Engagements, seine Unterrichtstätigkeit und sein kompositorisches Schaffen, dann erscheint die Tatsache, daß er eine „echte“ Jazzband am Frankfurter Rundfunk leitete, als etwas Außergewöhnliches. Für diese Formation arrangierte und instrumentierte Hindemith eine ganze Reihe von amerikanischen Titeln der Jazz- und Tanzmusik nach Vorlage von Grammophonplatten, die dann vom Frankfurter Rundfunk unter seiner Leitung in sogenannten „Jazz-Tanz-Konzerten“ gesendet wurden. Dabei spielte Hindemith selbst das Saxophon.

 

Als seine ersten kompositorischen Versuche auf dem Gebiet des Jazz sind vermutlich die Tänze für Klavier entstanden, die in dem vorliegenden Sammelalbum erstmalig veröffentlicht sind.

 

Alle sieben Klavierstücke nehmen Tanztypen aus dem Umfeld des Jazz zum Vorbild. Wer Rudolf Hindemith kennt, findet seine Erwartung auf humoristische bis ironische Überraschungen bestätigt: Einschmeichelnde traditionelle Akkordreihen aus dem Jazz wechseln hier mit dissonanten Ausreißern ab, wobei das Verlassen der Tonart bisweilen bis in die Bitonalität hineinreicht.

 

Das wesentliche, rhythmische Gleichmaß eines Tanzes wird oft durch einen völlig „unpassenden“ Wechsel der Taktart, den nur sehr geübte Tänzer überstehen würden, unterbrochen.

 

Manchmal sieht man die Besonderheiten aber schon in den Auftakten eines Stückes: als dissonanten Schreck oder als „falsche“, überzählige Pause, welche nur die Betonungsverhältnisse klarstellen will.

 

Rudolf Hindemith bediente sich mit Leidenschaft einer unkonventionellen, bewußt nicht eindeutigen musikalischen Sprache. Er schätzte das Doppeldeutige, Schillernde, Dissonante, rhythmisch, harmonisch und melodisch Pulsierende. Es machte ihm offensichtlich Freude, Tanztypen zu verfremden und vertraute Musik mit neuen Klängen einzufärben.

 

Aufgrund seiner Leidenschaft und seines schöpferischen und künstlerischen Engagements für den Jazz ist anzunehmen, daß es eine beachtliche Zahl weiterer Werke gegeben hat, die Elemente des Jazz enthielten, aber die Zeiten nicht überdauert haben.

 

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